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650 Jahre Domäne Marienburg
1346 wurde mit dem Bau der Marienburg durch Bischof Heinrich III. (1331 - 1365), einen Sohn des in Göttingen residierenden Weltenherzogs Altrecht, begonnen. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Gebäudeteile der Marienburg: der Bergfried (Burgturm) und das sogenannte "Hohe Haus", die um 1349/50 vollendet gewesen sein müssen, da schon 1349 ein Burgvogt eingesetzt wurde. Heinrich III. hatte die Wasserburg im Sumpfgebiet der Innerste geschaffen um von hier aus die Stadt Hildesheim besser kontrollieren zu können. Die Bedeutung dieses Bollwerks bestand insbesondere darin, dass hier die Heerstraße ins Reich gesperrt und der Handel und Verkehr von Hildesheim nach Süden hin lahmgelegt werden konnte. Neben ihrer Bedeutung als Zwingburg wurde die Marienburg ein Stützpunkt der Verwaltung des Landes durch Errichtung eines Amtes. Da die Kämpfe, die die Hildesheimer Bischöfe besonders mit der Weltenherzögen führten, erhebliche Geldmittel verschlangen, waren die Nachfolger von Heinrich III. oft gezwungen, Burg und Amt zu verpfänden, um auf diese Weise größere Summen zu erhalten. 1540 löste das Domkapitel Hildesheim die Marienburg von dem damaligen Pfandinhaber Hans von Rheden ein. 1559 eroberte Bischof Burchard von Oberg die Marienburg und setzte sich in ihren Besitz. 1562 wurde sie wieder dem Domkapitel zurückgegeben, das Burg und Amt bis 1810 besaß. 1810 wurde die Burg Eigentum des napoleonischen "westphälischen Staates", dann an einen französischen Edelmann verkauft. 1813, nach dem Zusammenburch des Königreichs "Westphalen" wurde sie w ieder Staatsdomäne. Von 1913 an pachtete sie Carl Graf, der sie zu einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb kultivierte. Sein Sohn Helmut Graf richtete 1946 eine Konserven- und Eisfabrik (Muku) ein. Diese wurde an Schöller verkauft und geschlossen. 1993 wurden die Räume der ehemaligen Eisfabrik an die Universität Hildesheim vermietet, die Kunst-, Musik- und Theaterwissenschaftler zogen ein. Seit 1996 verfügt die Universität vollständig über die Gebäude der Domäne.